Gigabyte GeForce GTX 1070 G1 Gaming (8GB GDDR5): Grafikkarten Infobericht 2017

Mit der Gigabyte GeForce GTX 1070 G1 Gaming spielt Grafikkartenhersteller Gigabyte in der obersten Performance-Liga mit. So fallen Ansprüche an die bekannte Edelmarke entsprechend hoch aus. Ziel des Pixelbeschleunigers auf Pascal-GP104-Architektur ist nicht nur ein deutlich besserer Auftritt gegenüber der NVIDIA Founders Edition, sondern auch eine rundum perfekte Gaming-Erfahrung für seine Anwender.

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Spartanischer Lieferumfang liefert nur das Notwendige
Während der Anblick der optisch gelungen Box sofort Lust auf mehr macht, hinterlässt der Inhalt laut anderer Tests einen etwas faden Beigeschmack. Neben der sorgfältig gepolsterten Platine gibt es nur einen Quick-Starte-Guide und eine Treiber-CD. Online dürfen Käufer noch das Überwachungs- und OC-tool Xtreme Engine für die Anpassung der Lüfter und Leistungswerte kostenfrei beziehen. Praktische Adapter oder gar eine SLI-Brücke als Zubehör fehlen. Wer noch keine hat und sie benötigt, muss extra zahlen.

Gigantisch in Dimension und Ausstattung
Mit den Maßen von 280 mm x 114 mm x 41 mm kann die PCIe-3.0-Grafikkarte recht massiv wirken. In kleineren Tower-Konfigurationen könnte es daher zu Problemen bei der Unterbringung kommen. Für die komfortable Installation ist daher eine Einbautiefe von mehr als 30 cm erforderlich. In der Höhe belegt die Platine zwei Blendenslots. Das PCB selbst kommt in klassischem Schwarz daher und geht so optisch Hand in Hand mit dem darauf thronenden Kühlerdesign.

Gegen Hitzestaus zeichnet sich das WindForce-Modell der dritten Generation mit gleich rei Axial-Rotatoren verantwortlich. Durch direkten Kontakt der Heatpipe mit der GPU wird entstehende Wärme äußerst zuverlässig abgeleitet. Solange die Temperatur unterhalb der Schwelle von ca. 54 °C verweilt, schalten sich die drei 90 mm großen Axial-Lüfter auf dem Aluminiumkühlblock aus.

Zur Seite hin prangt das Firmenlogo in Großbuchstaben auf dem Gehäuse der GTX 1070 G1 Gaming, welches sich per Software-Tool in unterschiedlichen Farben per LED im Betrieb erleuchten lässt. Visuell gelingt Gigabyte der Spagat zwischen dezentem Auftreten sowie Moderne und bewahrt zugleich einen individuellen, sportlichen Touch. Auf der Rückseite ziert ebenfalls der Gigabyte-Schriftzug eine komplett schwarze Backplate.

An Multi-Monitor-Setups wurde auch gedacht: Ganze drei DisplayPorts (1.4) hat der Hersteller verbaut. Hinzu kommt ein DVI-I-Anschluss und HDMI 2.0b für vollwertige 4K-Inhalte mit bis zu 60 fps. Die hohe Bandbreite dieser Anschlüsse erlaubt in Kombination mit 12-bit-HEVC als Videocodec erstklassige Bildqualität in HDR. Für einen stabilen Betrieb ist ein Markennetzteil mit mindestens 500 Watt empfehlenswert.

Auf dem Papier zunächst kaum besser als die NVIDIA Founders Edition
Dank 16nm-FinFet-Fertigung gibt es nun erstaunlichen Spielraum für das Overclocking, ohne dabei den Hitzetod der Karte zu riskieren. Gegenüber der 1080-Serie schrumpft die Anzahl der CUDA Cores von 2560 auf 1920 mit 15 aktiven Streamprozessoren. Die GPU selbst taktet mit 1594 MHz und legt mittels GPU-Boost-Funktion unter starker Auslastung auf beachtliche 1784 MHz zu. Im separat zuschaltbaren OC-Modus erreicht Gigabyte ganze 1822 MHz und übertrifft damit die hauseigene Konkurrenz, die GTX 1070 Windforce OC um knapp 40 MHz.

Von den Spezifikationen platziert sich diese Grafikkarte genau mittig ins eigene Portfolio der GPU-Manufaktur. Nur die Ableger der Xtreme-Gaming-Serie kitzeln nochmals etwas mehr an Performance heraus. Die GTX 1070 Gaming G1 erlaubt sich bei der Speicheranbindung keinerlei Taschenspielertricks und kommt mit einem vollwertigen 256-Bit-Interface und 8GB GDDR5 auf 2002 MHz Takt daher. Markenzeichen von Nvidias neustem Spross ist neben DirectX-12-Support, dem GeForce-Experience-Paket nun auch der virtuelle Photomodus ANSEL. Dieser erlaubt Schnappschüsse im Freiflug bei kompatiblen Spieltiteln, um besondere Augenblicke in einen extremen High-Res-Screenshot zu bannen und in sozialen Netzwerken zu teilen.

Dem aufkommenden Virtual-Reality-Trend dürfte die simultane Multiprojektion von Geometriedaten nützliche Dienste erweisen. Mithilfe dieser Technik lassen sich unnötige Rechenoperationen einsparen. Auf diesem Feld wird die Gigabyte GTX 1070 G1 Gaming gegenüber High-End-GPUs der alten 900er-Serie also erhebliche Vorteile besitzen.

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Pfeilschnell bei akzeptabler Lautstärke und Temperatur
Unter Belastung liegen die Temperaturen im GPU-Boost mit ca. 69 °C noch relativ gering an. Im quasi lautlosen 2D-Betrieb sinken die Werte auf ungefähr 46 °C ab, was in verschiedenen Testquellen bemerkbar war. Der Stromverbrauch überflügelt den einer Founders Edition nur um magere 18 Watt. Angesichts der höheren Taktraten und des ausgefeilteren Kühlungssystems ist das eine gute Leistung. Auf dem Papier scheint der Unterschied zwischen beiden Modellen gering, doch Nvidias hauseigenes GTX-Design schwächelt bei der Aufrechterhaltung des maximalen Boost-Taktes aufgrund unzureichender Stromversorgung über den 6-Pin-Anschluss.

Unter voller Last zieht die Pascal-GPU nahezu gleichviel Strom aus der Steckdose wie eine Nvidia GTX 980, deren Verbrauch sich ohne OC ungefähr bei 175 Watt einpendelt. Somit lässt die Gigabyte GeForce GTX 1070 G1 Gaming etwas Raum für eigene OC-Experimente übrig. Unter Last steigt die Geräuschentwicklung laut Tests auf mäßig wahrnehmbare 42 dB an. Sicherlich existieren leisere Konzepte, aber ohrenbetäubenden Lärm liefert der Winforce-Kühler keineswegs ab. Die manuelle Anpassung der Lüfterkurve kann hier zudem Abhilfe verschaffen.

Grafisch aufwendige Spiele wie "The Witcher 3: Wild Hunt" stemmt diese Grafikkarte in Ultra-HD auf maximalen Settings in mindestens 30 Bildern pro Sekunde, nähert sich sogar im Schnitt häufig der 40-fps-Grenze. Etwas Sicherheitsabstand zur kritischen 30er-Schwelle ist also noch gegeben.

Fazit
Seit der Veröffentlichung des Maxwell-Nachfolgers aus Nvidias GTX-Serie kochten die Emotionen hoch. Preise der NVIDIA GTX 1070 8GB liegen deutlich über denen der GTX 970 4GB mit ihrem kastriertem Speicherinterface. Aber gleichzeitig schließt der kleinere Bruder der neuen Pascal-Elite quasi gleichauf zur Rechenleistung von schnelleren Vertretern aus der ehemaligen Spitzenklasse GTX 980 ti 6GB. Realistisch betrachtet gibt es trotz der preislichen Differenz einen massiven Sprung der FPS in zahlreichen Gaming-Blockbustern.

Nun rückt der Gigabyte mit seiner eigenen Kreation, der GTX 1070 G1 Gaming, nach. Satte 50 bis 60 % Mehrleistung im Vergleich zur GTX 970 unterstreichen die berechtigte Position der Gigabyte Gaming G1 in den vordersten Grafikarten-Rankings. Nur die GTX 1080 und noch stärker übertaktete Custom-Modelle anderer Hersteller sind derzeit schneller.

Mit einem derartigen FPS-Schwergewicht im Rechner, sind ausnahmslos alle Titel in Full-HD auf maximalen Details in flüssigen 60 Bildern pro Sekunde genießbar. Ähnliches gilt auch für 2560 x 1440 Pixel. Die Leistungsreserven lassen sogar den gelegentlichen Ausflug ins Ultra-HD-Universum zu, ohne dabei unspielbare Bildrate auf sehr hohen Detailstufen zu riskieren.


Vorteile
+ SLI-HB-fähig
+ lautlos im 2D-Betrieb
+ 8-Pin-Anschluss für mehr OC-Potenzial
+ zukunftssicheres Setup mit 8 Gigabyte GDDR5
+ hervorragende Leistungswerte

Nachteile
kaum Zubehör
sehr langes PCB
Lüfterkurve nicht optimal eingestellt

GIGABYTE GeForce GTX 1070 Gaming 8GB GDDR5 256bit

4.2 out of 5 stars (47 Rezensionen)

ab EUR 483,00

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